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Uschi Brüning
Seit den siebziger Jahren gilt Uschi Brüning unangefochten als die herausragende Jazzsängerin Deutschlands. In ihrer Laufbahn hat sie Erfahrungen mit Pop-, Rock- und Soul-beeinflusster Musik sowohl als Interpretin liedhafter Kompositionen gesammelt, sich jedoch gleichermaßen instinktiv und künstlerisch folgerichtig der Zusammenarbeit mit führenden Jazzmusikern zugewandt. Uschi Brünings Ausdrucksspektrum reich von Jazzstandards, die sie auf ganz persönliche Weise zu beleben vermag, bis hin zum abenteuerlichen Bereich der freien Improvisation, in dem sie durch ungezügelte Expressivität ebenso zu überzeugen weiß, wie durch Formbewusstsein und sensible Gestaltungskraft. Ihre kontinuierliche Profilierung als improvisierende Sängerin spiegelt sich nicht zuletzt in einer seit Jahren steigenden internationalen Wertschätzung wider.
„Uschi Brüning begann als Gitarristin und Bassgitarristin in Amateurbands. Der Durchbruch als Sängerin gelang ihr Anfang der siebziger Jahre, nachdem sie im „Ringcafé“ Ihrer Heimatstadt Leipzig entdeckt worden war. Mit den Bands von Günther Fischer und Klaus Lenz sang sich Uschi Brüning in die Herzen einer bald wachsenden Fan-Gemeinde. Ihr Selbstanspruch hat sie weitergetrieben und – rückblickend beinahe folgerichtig – den Weg zum Jazz finden lassen. Vielseitigkeit zählt zum Anliegen dieser Sängerin, die sich schon zu Beginn ihrer Laufbahn nicht einengen und auch heute nicht stilistisch festschreiben lassen will. So hat sie beispielsweise ein eigenes Gospel-Programm gestaltet, sich aber in der gleichen Phase ihres Schaffens in die musikalisch spontan agierende Gruppe Canaille eingebracht. Der Saxophonist Ernst-Ludwig Petrowsky, mit dem die Sängerin im Leben und in der Musik verbunden ist, sprach ihr Mut zu und nahm sie mit auf die nun sehr viel kleineren Bühnen des zeitgenössischen Jazzmusizierens. So gewann Uschi Brüning ein neues, internationales Publikum. Konzertreisen führten das Duo kreuz und quer durch Europa und bis nach Indien. Neben Ausflügen in die Grenzbereiche von freier Improvisation und Neuer Musik begeben sich Uschi Brüning und Ernst-Ludwig Petrowsky als Mitwirkende des European Jazz Ensemble zu jazzmusikalischen Gipfeltreffen. Mit der Gruppe Enfant, einer Quintettbesetzung, die beide auch als „Cross-Over-Projekt“ bezeichnen, entstand eine Plattform die es Uschi Brüning erlaubt, viel von der Bandbreite ihrer musikalischen Erfahrung einzubringen. Da ist sie auf einmal wieder der Pop-Star und doch die gereifte Jazzsängerin. Da ist sie noch immer die bescheiden lächelnde, fast bühnenscheue Vokalistin und zugleich die im Umgang mit Improvisation erfahrene und selbstbewusste Persönlichkeit.“
Bert Noglik in: „Facettenreichtum einer Sängerin: Uschi Brüning zum Fünfzigsten“ |